Vilomix-Fachgespräch in Neuenkirchen-Vörden vom 29.11.2007

 
 
Foto: Dr. Karl-Heinz König (GF Vilomix), Dr. Karl-Heinz Tölle, Dr. Manfred Weber,
Andrea Hennewig, Kai Aumann, Dr. Schulz
 

Fachgespräch Deutsche Vilomix Neuenkirchen

 
Neuenkirchen – Nebenprodukte aus der Bioenergieproduktion wie Bioethanolschlempen, Rapsextraktionsschrot, Rapskuchen und Glycerin, würden durch die Forcierung von Biokraftstoffen in Zukunft in großem Maße anfallen. Sie könnten aber in der Tierernährung durchaus sinnvoll eingesetzt werden, und das in zum Teil in erheblichen Mengen. Dr. Manfred Weber von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Iden, sprach am Donnerstag beim jährlichen Fachgespräch der Deutschen Vilomix in Neuenkirchen zum Thema Verfütterung von Nebenprodukten aus der Bioenergieproduktion.

Die einzelnen Chargen könnten sich jedoch in ihren Nährstoffgehalten unterscheiden, erklärte Dr. Weber. Wichtig sei deshalb, die Analysenwerte zu kennen, um die Nebenprodukte zielgerichtet in der Ration einzusetzen. In der Schweinemast seien bei Trockenschlempen Einsatzmengen von 15 Prozent möglich, die gleichen Werte würden für Rapsextraktionsschrote gelten. Ausländische Ware könne jedoch problematisch sein, da die Gehalte an Stoffen, die die Futteraufnahme hemmen, möglicherweise höher liege als bei inländischer Ware. Beim Einsatz von Glycerin sei die Preisrelation zum Weizen entscheidend.

„Die Spannbreite bei den Ferkelerzeugungskosten liegt bei 150 Euro pro Sau als Unterschied zwischen besten und mittleren Betrieben“, erklärte Dr. Karl-Heinz Tölle von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Er sprach über die Einflussmöglichkeiten auf Leistungsparameter in der Ferkelerzeugung. Insgesamt sei in der Ferkelerzeugung in den vergangenen Jahren eine Leistungssteigerung zu verzeichnen. Die Würfe seien größer geworden. Dies führe aber auch dazu, dass die Ferkel geringere Geburtsgewichte hätten. Dies habe zur Folge, dass der Platzbedarf in der Aufzucht und die Futterkosten steigen. Dr. Tölle empfahl, bei großen Würfen die Ferkel umzusetzen und gegebenenfalls mit einer künstlichen Amme zu arbeiten, an die die stärksten Ferkel gesetzt werden können. Der Experte warnte davor, eine Überbelegung zu riskieren. Dies führe zu schlechterem Wachstum und noch höherem Platzbedarf, da die Tiere nicht rechtzeitig ausgestallt werden könnten.

„Eine fehlerhaft geplante oder falsch bediente Flüssigfütterungsanlage führt zu erheblichen Problemen.“ Kai Aumann aus Vechta, Fachmann für die Beratung zur Flüssigfütterungstechnik und Wasserhygiene, nahm zum sachgerechten Betrieb von Fütterungssystemen in der Schweineproduktion Stellung. Häufiger Fehler beim Bedienen der Anlage sei, dass in den Computer nicht korrekte Daten eingegeben werden. Schon geringe Abweichungen im Trockensubstanzgehalt des Futters führten dazu, dass die notwendigen Mengen zur Fütterung vom Computer nicht mehr richtig berechnet werden könnten. Auch das genaue Eindosieren der Komponenten erfolge oft nicht. Eine zu niedrige Strömungsgeschwindigkeit des Flüssigfutters in den Rohren führe dazu, dass feste Bestandteile des Futters sich in den Rohren ablagern und sich mit der flüssigen Phase nicht mehr richtig vermischten. Eine exakte Planung, konsequente Wartung und ständige Kontrolle beim Anmischen des Futters sei unerlässlich für eine funktionierende Anlage.

Zu Beginn der Tagung hatte die Tierärztin Andrea Hennewig von der Tierärztl. Gemeinschaftspraxis Niewöhner aus Melle über Fütterung, Management und Tiermedizin im Bereich der Milchviehhaltung gesprochen. 
 
Bericht aus dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe 49/2007
 

Tagungsfolge


10.00 Uhr Begrüßung der Teilnehmer
Dr. Karl-Heinz König

10.20 Uhr Fütterung, Management, Tiermedizin
– Leistungsfaktoren im Bereich Milchviehhaltung aus der Sicht eines Tiermediziners –
Andrea Hennewig
Tierärztl. Gemeinschaftspraxis Niewöhner, Melle

11.30 Uhr Nebenprodukte aus der Bioenergieproduktion
- Bewertung und Einsatzmöglichkeiten -
Dr. Manfred Weber
Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Iden

12.30 Uhr Mittagessen

14.15 Uhr Einflussmöglichkeiten auf Leistungsparameter in der Ferkelerzeugung
Dr. Karl-Heinz Tölle
Landw.Kammer Schleswig-Holstein, Abt. Tierhaltung und Tierzucht
Futterkamp, Blekendorf

15.15 Uhr Sachgerechter Betrieb von Fütterungssystemen in der Schweineproduktion
Dipl.Ing. agr. Kai Aumann, Vechta
Beratung Flüssigfütterungstechnik und Wasserhygiene

16.15 Uhr Gemeinsame Kaffeetafel und Gedankenaustausch
 Diskussionsleiter:
Dr. Edgar Schulz
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft Braunschweig-Völkenrode

TAGUNGSORT:
Gaststätte „ZUM SCHWARZEN ROSS“
Holdorfer Str. 3, 49434 Neuenkirchen-Vörden · Tel. 05493 /339
Autobahnabfahrt Neuenkirchen-Vörden · Richtung Neuenkirchen Ortsmitte