Vilomix-Fachgespräch mit großer Besucherresonanz

Themen-Tierernährung-Gruppenbild-2009

Foto von links: Dr. König (GF Vilomix), Dr. Edgar Schulz Diskussionsleiter, Monika Wohlfarth (GF ZMB), Dr. Karl-Heinz Tölle (LWK S-H), Hendrik Ober-Sundermeier (GF Schweinemast Groß Bäblin) es fehlt Dr. Schäfer von Vilomix


200 Gäste bei Fachtagung der Deutschen Vilomix in Neuenkirchen

Neuenkirchen-Vörden – „Es muss sichergestellt sein, dass jedes Schwein jeden Tag sein Futter bekommt.“ Mit dieser Aussage machte Hendrik Ober-Sundermeier deutlich, wie wichtig die Prozesssicherheit bei der Fütterung der Mastschweine ist. Ober-Sundermeier, der die Schweinemastanlage Groß-Bäbelin im Kreis Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern mit 6.000 Tieren leitet, sprach am Donnerstag als einer von vier Referenten beim Fachgespräch der Deutschen Vilomix in Neuenkirchen-Vörden über Management- und Futterstrategien in der Schweinemast.

Etwa 60 Prozent der Leistung der Tiere werde durch das Management beeinflusst, 40 Prozent hingen von der biologischen Leistungsfähigkeit ab, erklärte der Referent. Eine hohe Futteraufnahme sicherzustellen habe absolute Priorität. Ziel im Betrieb sei, rund 400 bis 430 Kilogramm Fleisch pro Quadratmeter zu erzeugen. Dies sei nur mit einem effektiven Management, bei dem ein reger Informationsaustausch der Mitarbeiter untereinander sichergestellt sei, zu leisten. Die Runde am Mittagstisch biete in dieser Hinsicht gute Möglichkeiten. Kontrollen der Mastbuchten würden immer von zwei Personen durchgeführt, und viele Entscheidungen würden zu zweit getroffen. Wichtig sei, auch mal zu experimentieren und dabei eigene Erfahrungen zu sammeln.

In der von ihm geleiteten Mastanlage werden die Tiere mit Sensor zwölf Mal täglich gefüttert. Das System sei mit Stichleitungen ausgerüstet, die theoretisch nicht unproblematisch seien, so der Redner. Der Futtertank müsse aber nur einmal pro Woche gereinigt werden. Bisher seien keine Probleme aufgetreten, möglicherweise deshalb, weil kein Futter aus dem Stall zurückkomme. Um Magengeschwüren vorzubeugen, werde das Futter gröber als üblich vermahlen. Das habe sich bewährt.

Der Einsatz von technischen Ferkelammen kann ein Lösungsansatz beim Management großer Ferkelwürfe sein, allerdings erst, wenn das Leistungspotentials der Sauengruppe ausgeschöpft ist. Das ist das Fazit von Dr. Karl-Heinz Tölle von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, der über die Einsatzmöglichkeiten von Ammensauen und technischen Ammen referierte.

Hinsichtlich der Zahl der abgesetzten Ferkel sei in den vergangenen Jahren eine Steigerung von 22 Prozent zu verzeichnen, und immerhin lägen 15 Prozent der Betrieb in Schleswig-Holstein bei 28 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr. Der Weg in Richtung höchste Fruchtbarkeit müsse, wenn er eingeschlagen sei, auch konsequent weiter verfolgt werden, wobei das Ziel nicht sei, biologische Rekorde zu brechen, sondern mit der Schweinehaltung Geld zu verdienen.

Je höher die Zahl der geborenen Ferkel, desto niedriger sei das Geburtsgewicht. Ferkel mit einem Geburtsgewicht von über 800 Gramm hätten deutlich höhere Überlebenschancen. Wichtig sei in jedem Fall sicherzustellen, dass alle Ferkel Kolostrum aufnehmen könnten. Unter Umständen sei erforderlich, den Wurf für kurze Zeit zu teilen, damit die letztgeborenen und schwächeren Ferkel auch Gelegenheit zur Kolostrumaufnahme bekämen, erklärte Dr. Tölle.

Welche Ferkel bei einem Wurfausgleich versetzt würden, müsse im Einzelfall entschieden werden. Habe sich einmal eine Saugordnung bei den Ferkeln ausgebildet, so müsse man damit rechnen, dass bei Umsetzen der starken Tiere die schwachen nicht unbedingt an die freigewordenen guten Zitzen nachrücken. Deshalb könne es auch Sinn machen, schwächere Tiere umzusetzen, meinte der Referent. Ziel solle immer sein, die Ferkel möglichst bei der Sau aufzuziehen. Als Ammensauen seien Tiere mit einem hohen Leistungsvermögen zu wählen. Ein Problem bei der Nutzung von Ammensauen sei aber, dass der Plan der Sauenabferkelung durcheinander gebracht werde und sich die Frage der Unterbringung der Ammensauen stelle.

Eine Lösung für Betriebe mit einem Mehrwochensystem können, wenn die Ferkelzahl drückt, technische Ammen sein. Bei deren Nutzung seien allerdings noch viele Fragen offen. Tölle berechnete die Kosten der Aufzucht an einer Ammensau mit rund neun Euro pro Ferkel, die an der technischen Amme mit rund 11 Euro pro Ferkel.

Vilomix-Schäfer-Sauenfütterung-Dänische-GenetikDas Fazit von Dr. Arndt Schäfer von der Firma Deutsche Vilomix zur Sauenfütterung lautete, dass Sauen unabhängig von ihrer Genetik immer bedarfsgerecht gefüttert werden müssen. Er hatte in seinem Vortrag Fütterungsstrategien aus Dänemark und Deutschland miteinander verglichen.

In den letzten Jahren habe es einen Quantensprung in der Genetik gegeben, so Dr. Schäfer. Die Ferkelleistung sei hoch genug, deshalb müsse man sich jetzt mit der Sau befassen. Dabei seien die Leistungen der Tiere und ihre Energiebilanzen entscheidend dafür, wie die Tiere gefüttert werden müssen, so der Experte. Die klassische Futterkurve, wie sie zum Beispiel von der Deutschen Vilomix empfohlen werde, habe sich dafür bewährt. Eine interessante Tatsache sei, dass die Lebensdauer dänischer Sauen in deutschen Ställen länger sei als in dänischen Ställen. In Dänemark wird die Kondition der Sauen bei der Abferkelung, dem Absetzen der Ferkel und dreimal in der Tragezeit überprüft. Außerdem sei eine Fütterung dreimal täglich die Regel. In der anschließenden Diskussion kam auch zur Sprache, dass auch in Deutschland in etlichen großen Betrieben die dreimalige Fütterung die Regel sei, damit die Sauen mehr Futter aufnehmen können. Die Mortalität sinke dadurch deutlich.

Monika Wohlfarth, Geschäftsführerin der Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) gab eine Analyse der Entwicklungen der vergangenen Jahre auf dem Milchmarkt.

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Kontakt: Markus Assmann
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