Vilomix-Fachtagung

2010-11-Gruppenfoto-Fachgesprächin Neuenkirchen

 

Neuenkirchen-Vörden – Vier Fachvorträge aus Wissenschaft und Praxis präsentierte am Donnerstag, den 25.11.2010 die Deutsche Vilomix in Neuenkirchen-Vörden auf ihrer diesjährigen Fachtagung in Neuenkirchen-Vörden.

 

Einfluss von Futterzusätzen auf die Darmgesundheit beim Schwein

Dr. David Taras von Lohmann Animal Health referierte zu den Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Darmgesundheit beim Schwein durch spezielle Futterzusätze. Nach seinen Worten belegen viele Versuche die Wirksamkeit organischen Säuren, Pro- und Präbiotika und anderen Futterzusatzstoffen. Überprüft würde dies anhand bestimmter Parameter des Zustands des Darmepithels, Vorkommen bestimmter Mikroorganismen, das Vorkommen und die Anzahl bestimmter Abwehrzellen im Darmepithel und nicht zuletzt die Allgemeingesundheit und die Leistung des Tieres. Allerdings stellen nach Taras Worten die Mikroorganismen im Darm mit mehr als 1.000 Spezies ein sehr komplexes System dar. Von vielen Bakterien seien ihre genaue Funktion im Darm und die Wechselwirkung mit dem Wirt noch nicht bekannt, was Aussagen zu Wirkungen von Zusatzstoffen und deren Einfluss auf die Darmbakterien schwierig mache. Der Einsatz von Futterzusatzstoffen müsse daher immer eine Entscheidung von Fall zu Fall sein.

 

Energetische Versorgung von Milchkühen richtig einschätzen

Die Körperkondition ist für Thomas Engelhard, Dezernatsleiter Milchviehhaltung der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Iden, das beste Kriterium, um die energetische Versorgung von Milchkühen richtig einzuschätzen. Die Körperkondition sei keine Momentaufnahme, sondern sie spiegele die langfristige Versorgung der Kuh wider und ließen Über- oder Unterversorgung deutlich erkennen.
Den Kraftfuttereinsatz in der Hochlaktation zu reduzieren, um Kosten zu sparen, mache keinen Sinn, denn dann riskiere man eine schlechtere Tiergesundheit. Milchkühe mit hohem Leistungspotential dürfe man also keineswegs über die Fütterung ausbremsen. Die Rationsgestaltung habe sich immer am Bedarf der bedürftigsten Tiere, also denen, die am meisten brauchen, auszurichten, so Engelhard. Am Kraftfutter sparen könne man nur in späteren Phasen der Laktation, in denen die Milchleistung ohnehin abnimmt. Hier käme es am ehesten zu einem Luxuskonsum, den es zu vermeiden gilt. Im Übrigen sei die Qualität des Grundfutters ganz entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg in der Milchproduktion. Seine Aussagen belegte Engelhard mit Versuchsergebnissen, die in Iden gewonnen wurden.

 

"Begeisterung für Ferkel" Praxisbericht Betrieb StraathofSauenhalter-Staathof

Einen Bericht aus der Praxis gab der Niederländer Adrianus Straathof. Straathof betreibt in Sachsen-Anhalt mehrere große Betriebe, in denen er Jungsauen und Ferkel produziert. Sein Motto lautet „Begeisterung für Ferkel“, und diese Begeisterung findet in einer konsequenten Umsetzung von Managementstrategien ihren Ausdruck. Strenge Hygienevorschriften in seinen Betrieben und ständige Kontrollen der Tiere ermöglichen hohe Leistungen.
So strebt Straathof für seine Betriebe Leistungen von 32 lebend geborenen Ferkeln pro Sau und Jahr an. Eine Rund-um-die Uhr-Betreuung der Sauen und Ferkel ist für ihn selbstverständlich. Straathof ist der Ansicht, dass mit dem richtigen Management jede Sau, unabhängig von der Genetik, in der Lage ist 26 oder 27 Ferkel pro Jahr zu produzieren.
 

Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Umweltschutz
als Anforderungen an Rind- und Schweinefleisch

Josef Beuck, Einkaufsleiter der Westfleisch eG, sprach über die Marktanforderungen an Rind- und Schweinefleisch. Die Anforderungen an Fleisch hätten sich den den vergangenen Jahren geändert. Neben der Produktqualität stünde die Prozessqualität mehr und mehr im Vordergrund. Dabei gehe es um die Umstände, unter denen das Fleisch produziert werde. Dazu gehörten Aspekte wie die Rückverfolgbarkeit, Transparenz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und auch die Regionalität.
Da die Ferkelkastration in der Diskussion stehe, werde mit Nachdruck an Lösungen gearbeitet, die eine Vermarktung von Eberfleisch ermöglichen. Dazu gehören die Entwicklung von Systemen, die eine zuverlässige Erkennung von Fleisch ermöglichen, das geruchlich abweicht ebenso wie die Entwicklung einer objektiven Wertermittlung für die wertgerechte Bezahlung. Der Markt in Deutschland habe sich gut entwickelt und sei wettbewerbsfähig. Für das kommende Jahr prognostizierte Beuck eine Steigerung des Selbstversorgungsgrades mit Schweinefleisch in Deutschland auf 113 Prozent.
 
 
 

Tagungsfolge des FachgesprächesFachgespräch-Vilomix

10.00 Uhr  Begrüßung der Teilnehmer
                  Dr. Bernhard Wesseling und
                  Dr. Andreas Dreishing,  GF Vilomix

10.20 Uhr  Wie lässt sich die Wirtschaftlichkeit
                  in der Rationsgestaltung
                  für Hochleistungskühe optimieren?

                  Thomas Engelhard
                  Dezernatsleiter Milchviehhaltung,
                  LLFG, Iden

11.30 Uhr  Bedeutung der Darmgesundheit beim Schwein                                                       
                  - Möglichkeiten der Einflussnahme durch  spezielle Futterzusätze -

                  Dr. David Taras
                  Laborleiter Wissenschaft, Lohmann Animal Health GmbH & Co. KG, Cuxhaven 

14.15 Uhr  Begeisterung für Ferkel
                  - Das Management von Sauen mit hohen Ferkelzahlen in der
                  Straathof-Holding GmbH Gladau -

                  Adrianus G. M. Straathof, Schweinezucht Gladau

15.15 Uhr   Marktanforderungen an Rind- und Schweinefleisch
                   – Aktuelle Trends -

                    Josef Beuck
                    Einkaufsleiter Westfleisch eG, Münster

16.15 Uhr    Gemeinsame Kaffeetafel und Gedankenaustausch

 Diskussionsleiter:   Dr. Edgar Schulz, Bundesforschungsanstalt Braunschweig

 

Presse berichte zum Fachgespräch: